Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel ist eine öffentliche Kontoinformation, mit der Empfangsadressen für ein bestimmtes Wallet-Konto abgeleitet werden können.

In der BitBoxApp findest du den erweiterten öffentlichen Schlüssel in den Kontoinformationen. Du benötigst ihn zum Beispiel, wenn du eine Watch-only-Wallet einrichten oder Kontoinformationen in eine kompatible externe Wallet-Software importieren möchtest.

Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel enthält keine privaten Schlüssel und kann nicht verwendet werden, um deine Guthaben auszugeben. Er kann jedoch Kontoaktivitäten sichtbar machen. Deshalb solltest du ihn als datenschutzrelevante Information behandeln.

Datenschutzhinweis
Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel kann nicht verwendet werden, um deine Guthaben zu stehlen. Er kann jedoch Adressen und Transaktionen offenlegen, die zum entsprechenden Konto gehören. Teile ihn nur mit Wallet-Software oder Diensten, denen du vertraust.

 

Was ein erweiterter öffentlicher Schlüssel kann

Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel kann öffentliche Empfangsadressen für ein bestimmtes Wallet-Konto erzeugen.

Das ist nützlich, wenn eine andere Wallet, ein Dienst oder ein Tool ein Konto beobachten soll, ohne Zugriff auf deine Guthaben zu erhalten.

Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel kann zum Beispiel verwendet werden, um:

  • eine Watch-only-Wallet einzurichten
  • Kontostände und Transaktionen zu überwachen
  • Empfangsadressen für das entsprechende Konto zu erzeugen
  • Kontoinformationen in kompatible Wallet-Software zu importieren
  • Buchhaltungs-, Steuer- oder Portfolio-Tools zu verbinden

Adressverifizierung
Externe Tools können Empfangsadressen aus deinem erweiterten öffentlichen Schlüssel ableiten. Bevor du eine solche Adresse zum Empfangen von Guthaben verwendest, solltest du die Empfangsadresse nach Möglichkeit auf deiner BitBox02 verifizieren.

 

Was ein erweiterter öffentlicher Schlüssel nicht kann

Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel kann keine Guthaben ausgeben.

Er enthält nicht die privaten Schlüssel, die zum Signieren von Transaktionen benötigt werden. Das bedeutet: Eine Person mit deinem erweiterten öffentlichen Schlüssel kann keine Guthaben aus deiner Wallet senden.

Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel kann auch nicht verwendet werden, um deine Wallet wiederherzustellen. Für die Wiederherstellung benötigst du dein Wallet-Backup, zum Beispiel deine Wiederherstellungswörter oder dein microSD-Karten-Backup.

Warnung zu Wiederherstellungswörtern
Gib deine Wiederherstellungswörter niemals auf einem Computer, Smartphone, einer Webseite oder in einem Drittanbieter-Tool ein. Wiederherstellungswörter können deine Wallet wiederherstellen und Guthaben ausgeben. Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel kann das nicht.

 

Warum erweiterte öffentliche Schlüssel datenschutzrelevant sind

Auch wenn ein erweiterter öffentlicher Schlüssel keine Guthaben ausgeben kann, kann er Informationen über das entsprechende Konto offenlegen.

Eine Person mit Zugriff auf einen erweiterten öffentlichen Schlüssel kann möglicherweise Folgendes sehen:

  • Adressen, die zum Konto gehören
  • empfangene Transaktionen
  • ausgehende Transaktionen
  • Kontostände
  • Transaktionsverlauf
  • Muster in der Nutzung des Kontos

Das kann deine finanzielle Privatsphäre beeinträchtigen, besonders wenn der erweiterte öffentliche Schlüssel mit einem Online-Dienst oder einer nicht vertrauenswürdigen Drittpartei geteilt wird.


Erweiterte öffentliche Schlüssel und Wallet-Konten

Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel gehört in der Regel zu einem bestimmten Konto, nicht unbedingt zu deiner gesamten Wallet.

Zum Beispiel verwenden ein Bitcoin-Native-SegWit-Konto und ein Bitcoin-Taproot-Konto unterschiedliche Kontostrukturen. Jedes Konto kann eigene Kontoinformationen, einen eigenen erweiterten öffentlichen Schlüssel und einen eigenen Deskriptor haben.

Wenn du den erweiterten öffentlichen Schlüssel eines Kontos teilst, sollten dadurch keine unabhängigen Konten offengelegt werden. Die Adressen und Aktivitäten des betroffenen Kontos können jedoch sichtbar werden.

Geltungsbereich des Kontos
Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel bezieht sich auf das jeweilige Konto und das jeweilige Kontoformat. Prüfe immer, dass du den erweiterten öffentlichen Schlüssel aus dem richtigen Konto in der BitBoxApp kopierst.

 

Deine Wiederherstellungswörter sind der Master Seed deiner Wallet.

Aus diesem Seed kann die BitBox02 Folgendes erzeugen:

  • mehrere Konten
  • mehrere erweiterte öffentliche Schlüssel
  • viele Empfangsadressen

Jedes Konto in der BitBoxApp hat eigene Kontoinformationen.

Wiederherstellungswörter

└── Bitcoin-Konto 1
    └── Erweiterter öffentlicher Schlüssel
        └── Empfangsadressen

└── Bitcoin-Konto 2
    └── Erweiterter öffentlicher Schlüssel
        └── Empfangsadressen

Warum es verschiedene Formate für erweiterte öffentliche Schlüssel gibt

Bitcoin hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und verschiedene Adresstypen eingeführt.

Deshalb muss Wallet-Software wissen, welches Adressformat aus den Kontoinformationen erzeugt werden soll. Formate für erweiterte öffentliche Schlüssel und Deskriptor helfen der Wallet-Software dabei, den richtigen Adresstyp einem Konto zuzuordnen.

Die häufigsten Bitcoin-Kontoformate sind:

Format Adresspräfix Standard Typischer Ableitungspfad Status
xpub 1 Legacy (BIP44) m/44’/0’/0’ Alt
ypub 3 Wrapped SegWit (BIP49) m/49’/0’/0’ Übergangsformat
zpub bc1q Native SegWit (BIP84) m/84’/0’/0’ Empfohlen
Taproot-Deskriptor bc1p Taproot (BIP86) m/86’/0’/0’ Neueste Variante

Native SegWit ist der empfohlene Standard für die meisten Bitcoin-Nutzer. Diese Adressen beginnen mit bc1q und werden breit unterstützt.

Taproot ist das neueste Bitcoin-Adressformat. Diese Adressen beginnen mit bc1p. Taproot kann nützlich sein, wenn die Wallet oder der Dienst, den du verwenden möchtest, Taproot unterstützt. Die Kompatibilität kann je nach externer Wallet-Software jedoch noch unterschiedlich sein.

Wrapped SegWit ist ein älteres Übergangsformat. Es wurde eingeführt, um SegWit mit Diensten kompatibel zu machen, die Native SegWit noch nicht unterstützt haben. Bestehende Wrapped-SegWit-Konten funktionieren weiterhin, für neue Konten wird heute aber in der Regel Native SegWit bevorzugt.

Legacy ist das älteste Bitcoin-Adressformat. Es kann in älteren Wallets oder Diensten noch vorkommen, wird für neue Konten aber grundsätzlich nicht empfohlen.

Standard in der BitBoxApp
Die BitBoxApp verwendet für Bitcoin-Konten standardmäßig Native SegWit, weil es breit unterstützt wird und im Vergleich zu älteren Adressformaten eine bessere Gebühreneffizienz bietet.

 

Erweiterter öffentlicher Schlüssel oder Deskriptor?

Die BitBoxApp kann sowohl den erweiterten öffentlichen Schlüssel als auch den Wallet-Deskriptor anzeigen.

Ein Deskriptor enthält vollständigere Kontoinformationen als der erweiterte öffentliche Schlüssel allein. Dazu können zum Beispiel der Script-Typ und der Ableitungspfad gehören. Diese Informationen helfen kompatibler Wallet-Software dabei, das Konto korrekt zu importieren.

Verwende nach Möglichkeit den Deskriptor, wenn die externe Wallet ihn unterstützt. Verwende den erweiterten öffentlichen Schlüssel nur dann, wenn die externe Wallet ausdrücklich nach einem xpub, ypub, zpub oder einem ähnlichen erweiterten öffentlichen Schlüssel fragt.

Option Was enthalten ist Empfohlene Verwendung
Erweiterter öffentlicher Schlüssel Öffentliche Kontoinformationen, mit denen Adressen für ein Konto abgeleitet werden können Verwende ihn, wenn eine externe Wallet nach einem xpub, ypub, zpub oder einem ähnlichen erweiterten öffentlichen Schlüssel fragt
Deskriptor Vollständigere Kontoinformationen, einschließlich Details wie Script-Typ und Ableitungspfad Verwende ihn, wenn die externe Wallet Wallet-Deskriptor unterstützt

Deskriptor-Kompatibilität
Wallet-Deskriptor sind in der Regel die bessere Option, wenn sie unterstützt werden. Sie enthalten vollständigere Kontoinformationen und verringern das Risiko, einen falschen Adresstyp zu importieren.

 

So findest du deinen erweiterten öffentlichen Schlüssel

Wenn du deinen erweiterten öffentlichen Schlüssel in der BitBoxApp anzeigen möchtest, folge der separaten Anleitung:

Wie du deinen erweiterten öffentlichen Schlüssel in der BitBoxApp findest 


Häufig gestellte Fragen

Kann jemand mit meinem erweiterten öffentlichen Schlüssel meine Guthaben stehlen?

Nein. Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel enthält keine privaten Schlüssel und kann nicht verwendet werden, um Guthaben auszugeben.


Kann jemand mit meinem erweiterten öffentlichen Schlüssel meine Transaktionen sehen?

Ja. Eine Person mit Zugriff auf den erweiterten öffentlichen Schlüssel kann möglicherweise Adressen, Kontostände und Transaktionen des entsprechenden Kontos überwachen.


Ist ein erweiterter öffentlicher Schlüssel dasselbe wie Wiederherstellungswörter?

Nein. Wiederherstellungswörter können deine Wallet wiederherstellen und Guthaben ausgeben. Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel kann nur öffentliche Kontoinformationen ableiten und keine Guthaben ausgeben.


Sollte ich meinen erweiterten öffentlichen Schlüssel teilen?

Teile deinen erweiterten öffentlichen Schlüssel nur mit Wallet-Software oder Diensten, denen du vertraust. Er kann deine Guthaben nicht ausgeben, aber Kontoaktivitäten offenlegen.


Legt ein erweiterter öffentlicher Schlüssel alle meine Konten offen?

In der Regel nicht. Ein erweiterter öffentlicher Schlüssel gehört zu einem bestimmten Konto und Kontoformat. Er kann jedoch Adressen und Aktivitäten dieses Kontos offenlegen.


Warum gibt es verschiedene Formate für erweiterte öffentliche Schlüssel?

Verschiedene Formate gibt es, weil Bitcoin unterschiedliche Adresstypen unterstützt, zum Beispiel Legacy, Wrapped SegWit, Native SegWit und Taproot. Wallet-Software benötigt diese Information, um die richtigen Adressen abzuleiten.


Sollte ich den erweiterten öffentlichen Schlüssel oder den Deskriptor verwenden?

Verwende den Deskriptor, wenn die externe Wallet ihn unterstützt. Verwende den erweiterten öffentlichen Schlüssel nur, wenn die externe Wallet ausdrücklich danach fragt.