Wurden die Wiederherstellungswörter deiner Wallet mit betroffener Coldcard-Firmware erzeugt, solltest du auf deiner BitBox eine vollständig neue Wallet anlegen und deine Bitcoin an eine Adresse dieser neuen Wallet übertragen. Verwende die bisherigen Coldcard-Wiederherstellungswörter nicht für die Ziel-Wallet. Eine Wiederherstellung derselben Wörter erzeugt auf jedem kompatiblen Gerät wieder dieselben potenziell gefährdeten Schlüssel.
Eine ursprünglich auf einer BitBox erzeugte Wallet ist von dieser konkreten Coldcard-Schwachstelle nicht betroffen. Anders ist es, wenn die Wiederherstellungswörter zuerst auf einer betroffenen Coldcard entstanden und später auf einer BitBox wiederhergestellt wurden. Weitere Hintergründe findest du im BitBox-Blog unter BitBox ist von der Coldcard Schwachstelle nicht betroffen.
Der Standardablauf in dieser Anleitung setzt eine Bitcoin-Single-Signature-Wallet voraus, aus der du noch Transaktionen autorisieren kannst. Falls du Multisig verwendest oder nicht mehr auf das bisherige Signiergerät zugreifen kannst, lies zuerst den Abschnitt Besondere Migrationssituationen, bevor du ein Gerät zurücksetzt oder veränderst.
Prüfe, ob deine Coldcard-Wallet betroffen ist
Entscheidend ist, auf welchem Gerät und mit welcher Firmware die Wiederherstellungswörter erzeugt wurden. Auf welchem Gerät sich die Wallet heute befindet, ändert an ihrem Ursprung nichts. Ein Firmware-Update behebt die Erzeugung neuer Wallets, ersetzt aber keine bereits erzeugten Wiederherstellungswörter.
Nach dem Stand vom 1. August 2026 nennt CoinKite folgende Wallets als betroffen:
- Coldcard Mk3: Wiederherstellungswörter, die mit Firmware 4.0.1 bis 4.1.9 erzeugt wurden.
- Coldcard Mk4 und Mk5: Wiederherstellungswörter, die vor Standard-Firmware 5.6.0 oder Edge-Firmware 6.6.0X erzeugt wurden.
- Coldcard Q: Wiederherstellungswörter, die vor Standard-Firmware 1.5.0Q oder Edge-Firmware 6.6.0QX erzeugt wurden.
Prüfe vor der Migration die aktuelle Coldcard-Sicherheitswarnung von CoinKite (nur auf Englisch), da sich der Untersuchungsstand und die genannten Versionen ändern können.
Im Verlauf des Vorfalls wurde die öffentliche Einschätzung von älteren Coldcard-Geräten auf weitere Modelle ausgeweitet. Wenn du nicht zuverlässig feststellen kannst, dass deine auf einer Coldcard erzeugten Wiederherstellungswörter außerhalb des potenziell betroffenen Bereichs liegen, solltest du die Wallet deshalb vorsorglich als potenziell betroffen behandeln. Das ist keine Aussage, dass jede Coldcard-Wallet ausgenutzt wurde. Es vermeidet jedoch, die Sicherheit deiner Bitcoin von einer ungeklärten Firmware- oder Entropiefrage abhängig zu machen.
Auch eine einzelne Zahl von Würfelwürfen reicht nicht als Nachweis, dass eine unklare Coldcard-Wallet sicher ist. Kannst du das vollständige Erzeugungsverfahren sowie die Qualität und Vertraulichkeit der verwendeten Entropie nicht unabhängig nachvollziehen, migriere in eine neue Wallet. Wenn du die neue Wallet bewusst mit physischem Zufall erzeugen möchtest, folge der vollständigen BitBox-Anleitung Würfle deine eigene Bitcoin-Wallet. Für die meisten Nutzer ist die normale Wallet-Erstellung auf der BitBox der empfohlene und einfachere Weg.
Bevor du beginnst
Bereite den Ablauf vollständig vor, damit du beide Wallets und ihre Backups jederzeit eindeutig auseinanderhalten kannst.
Erstelle eine neue Ziel-Wallet, statt die alten Wiederherstellungswörter weiterzuverwenden
Die Ziel-Wallet muss auf neu erzeugten BitBox-Wiederherstellungsinformationen beruhen. Wenn du nur eine BitBox besitzt, darfst du die betroffene Wallet vorübergehend auf demselben Gerät wiederherstellen, um die Transaktion zu signieren. Sie darf aber nicht zur Ziel-Wallet werden.
Du benötigst:
- Zugriff auf die betroffene Coldcard-Wallet und auf die Wallet-Software, mit der du sie normalerweise verwendest.
- Eine BitBox für die neue Ziel-Wallet. Befindet sich die betroffene Wallet bereits auf einer BitBox, ist ein separates Signiergerät die einfachere Lösung. Mit nur einer BitBox folgst du dem eigenen Ablauf unter Die betroffenen Wiederherstellungswörter sind bereits auf einer BitBox.
- Die aktuelle BitBoxApp von der offiziellen BitBox-Website.
- Die mitgelieferte microSD-Karte oder das Material für die von dir gewählte BitBox-Backup-Methode.
- Eine private Umgebung, in der niemand Gerätepasswörter, Passphrases, Wiederherstellungsinformationen oder den Umgang mit deinen Backups beobachten kann.
Beim Standardablauf prüfst du vor dem Zurücksetzen eines Geräts, ob du die betroffene Wallet öffnen und eine Transaktion autorisieren kannst. Ist das nicht möglich, setze die BitBox mit der neuen Ziel-Wallet nicht zurück, sondern lies zuerst den passenden Sonderfall.
Prüfe vor jedem Zurücksetzen das benötigte Backup
Beim Zurücksetzen wird die aktuell auf der BitBox gespeicherte Wallet vom Gerät entfernt. Vergewissere dich vorher, dass du das vollständige Backup und gegebenenfalls die exakte optionale Passphrase besitzt, die du für den nächsten Schritt benötigst. Bei nur einer BitBox darfst du erst fortfahren, wenn beide Wallets eindeutig zugeordnet und wiederherstellbar sind.
Übertrage deine Bitcoin in eine neue BitBox-Wallet
Solange es keine Anzeichen für unbefugte Transaktionen gibt, bestätigt eine kleine Testtransaktion, dass du an die geprüfte Adresse der neuen Wallet senden kannst. Wird die alte Wallet dagegen bereits geleert, kann das Warten auf eine Bestätigung das größere Risiko darstellen.
Bei unbefugten Transaktionen ändert sich die Priorität
Siehst du eine ausgehende Transaktion, die du nicht erstellt hast, oder andere Hinweise auf einen laufenden Abfluss, kann eine Testbestätigung zu viel Zeit kosten. Erstelle und sichere die neue BitBox-Wallet, prüfe die vollständige Zieladresse auf dem Display der BitBox und erwäge dann, das verbleibende Guthaben mit einer angemessenen Netzwerkgebühr sofort zu übertragen. Auch bei Zeitdruck darfst du die Adressprüfung auf der BitBox nicht auslassen.
- Installiere oder aktualisiere die BitBoxApp über die offizielle BitBox-Website.
- Erzeuge neue Wiederherstellungsinformationen für die Ziel-Wallet. Verbinde eine neue BitBox oder eine BitBox, die du zurücksetzen kannst, ohne dadurch deinen einzigen Zugriff auf Guthaben zu verlieren. Wähle in der BitBoxApp Wallet erstellen und folge der Anleitung zum Einrichten einer BitBox mit microSD-Karten-Backup. Wenn du die ersten 23 Wiederherstellungswörter bewusst mit Würfeln erzeugen möchtest, brich den normalen Ablauf hier ab und folge stattdessen vollständig der Anleitung Würfle deine eigene Bitcoin-Wallet. Verwende für die Ziel-Wallet niemals die betroffenen Coldcard-Wörter.
- Prüfe das neue BitBox-Backup entsprechend der gewählten Erzeugungsmethode. Beim normalen Ablauf muss das microSD-Karten-Backup abgeschlossen sein; entferne die Karte anschließend und bewahre sie getrennt von der BitBox auf. Beim Würfelverfahren schließt du die dort beschriebene Prüfung der Wiederherstellungswörter ab, bevor du Bitcoin empfängst.
- Öffne in der BitBoxApp dein Bitcoin-Konto und wähle Empfangen.
- Vergleiche die vollständige Empfangsadresse in der BitBoxApp mit der Anzeige auf der BitBox. Fahre nur fort, wenn beide Adressen exakt übereinstimmen. Ausführliche Schritte findest du unter Bitcoin mit der BitBoxApp empfangen und die Adresse prüfen.
- Öffne die betroffene Coldcard-Wallet in deiner bisherigen Wallet-Software. Prüfe das gewählte Konto und, falls vorhanden, die richtige Passphrase-Wallet.
- Entscheide anhand der Situation, ob eine Testtransaktion sinnvoll ist. Ohne Hinweise auf unbefugte Ausgaben fährst du mit dem Test fort. Werden Bitcoin ohne deine Zustimmung bewegt, überspringst du den Test und verwendest für das restliche Guthaben die in Schritt 5 geprüfte Adresse.
- Sende einen kleinen Testbetrag aus der betroffenen Wallet an die geprüfte BitBox-Adresse. Kontrolliere Adresse und Netzwerkgebühr, bevor du die Transaktion auf der Coldcard bestätigst.
- Warte, bis die Testtransaktion in der BitBoxApp erscheint und eine Bestätigung im Bitcoin-Netzwerk erhalten hat. Damit steht fest, dass die neue Wallet den Testbetrag an der geprüften Adresse empfangen hat.
- Erzeuge in der BitBoxApp eine weitere Empfangsadresse und prüfe sie vollständig auf der BitBox.
- Übertrage das restliche Guthaben an die geprüfte BitBox-Adresse. Hast du den Test wegen unbefugter Transaktionen übersprungen, verwendest du die Adresse aus Schritt 5. Andernfalls nutzt du die neue Adresse aus Schritt 10. Prüfe alle Transaktionsangaben und wähle eine zur Situation passende Netzwerkgebühr, bevor du signierst.
- Wiederhole die Übertragung für jedes betroffene Konto und jede Passphrase-Wallet mit Guthaben. Jede Passphrase erzeugt eine eigene Wallet; ihr Guthaben erscheint weder in der Standard-Wallet noch unter einer anderen Passphrase.
- Warte, bis alle abschließenden Transaktionen in der BitBoxApp als bestätigt angezeigt werden.
- Prüfe sämtliche Konten und Passphrase-Wallets, die du mit den betroffenen Coldcard-Wiederherstellungswörtern verwendet hast. In keiner migrierten Wallet sollte noch Guthaben liegen, das du übertragen wolltest.
- Kennzeichne die alten Coldcard-Wiederherstellungswörter und Geräte-Backups eindeutig als außer Betrieb: nicht für neue Einzahlungen verwenden. Bewahre sie auf, bis die vollständige Migration bestätigt ist und keine verspätete Zahlung mehr an eine alte Adresse zu erwarten ist.
Die Migration ist abgeschlossen, sobald alle vorgesehenen Bitcoin in der neu erzeugten BitBox-Wallet bestätigt sind und in keiner migrierten Wallet noch Guthaben liegt, das du übertragen wolltest. Bewahre das neue Backup privat, offline und getrennt von der BitBox auf.
Schütze während der Migration beide Wallet-Backups
Beim normalen Ablauf bleiben beide Sätze Wiederherstellungsinformationen offline. Die weiter unten beschriebene Software-Wallet-Notfalloption ist die einzige Ausnahme in diesem Artikel; danach gelten die eingegebenen Coldcard-Wörter dauerhaft als kompromittiert. Gib Wiederherstellungswörter niemals auf einer Website, in einer Browser-Erweiterung, einem Passwortmanager, Cloud-Dienst, Supportformular oder KI-Chatbot ein. Der BitBox-Support wird dich niemals nach Wiederherstellungswörtern, Passphrase, Wallet-Backup, Gerätepasswort oder privaten Schlüsseln fragen.
Besondere Migrationssituationen
Der Standardablauf ist am einfachsten, wenn du mit dem alten Gerät signieren kannst, während eine separate BitBox die neue Ziel-Wallet enthält. Weicht deine Einrichtung davon ab und bist du dir bei Backup, Passphrase, Konto oder Reset-Reihenfolge unsicher, ändere zunächst nichts am Gerät. Über das deutsche BitBox-Kontaktformular kann dir der Support beim BitBox-Teil der Planung helfen. Er kann jedoch weder auf deine Wallet zugreifen noch Transaktionen für dich ausführen.
Die betroffenen Wiederherstellungswörter sind bereits auf einer BitBox
Die Wallet bleibt potenziell gefährdet, weil ihre Wiederherstellungswörter ursprünglich auf der betroffenen Coldcard erzeugt wurden. Wenn möglich, behältst du über die ursprüngliche Coldcard oder eine andere vertrauenswürdige Hardware-Wallet Zugriff auf die alte Wallet, während eine separate BitBox die neue Ziel-Wallet enthält.
Mit nur einer BitBox ist die Migration ebenfalls möglich, erfordert aber mehrere Reset- und Wiederherstellungsvorgänge. Bereite die Reihenfolge vollständig vor:
- Solange die betroffene Wallet noch geöffnet ist, prüfst du, ob du ihre vollständigen Coldcard-Wiederherstellungswörter und gegebenenfalls die exakte optionale Passphrase besitzt. Vergewissere dich außerdem, dass du gerade die Konten mit dem zu migrierenden Guthaben siehst. Sind diese Angaben unvollständig oder unklar, darfst du die BitBox nicht zurücksetzen.
- Setze die BitBox zurück und erzeuge eine vollständig neue Wallet. Schließe das Backup ab, prüfe es und vergib einen eindeutigen Namen, damit du es nicht mit dem Backup der betroffenen Wallet verwechselst.
- Erzeuge in der neuen Wallet die benötigte Empfangsadresse oder mehrere Adressen. Prüfe jede Adresse vollständig auf der BitBox und halte sie für die spätere Transaktion exakt fest. Eine nur kopierte, aber nicht auf dem Gerät geprüfte Adresse reicht nicht aus.
- Entscheide, ob du eine Testtransaktion durchführen möchtest. Ohne Zeitdruck bietet der Test zusätzliche Sicherheit, erfordert mit nur einem Gerät aber weitere Wechsel: Stelle die betroffene Wallet aus ihren Wiederherstellungswörtern wieder her, vergleiche die Transaktionsadresse mit der zuvor geprüften Zieladresse und sende den Test. Stelle anschließend die neue Wallet wieder her, prüfe den Eingang und wechsle für den Restbetrag erneut zur betroffenen Wallet. Wenn unbefugte Ausgaben oder ein anderer dringender Grund gegen diese Wechsel sprechen, stellst du die betroffene Wallet wieder her, vergleichst die vollständige Zieladresse und sendest das vorgesehene Guthaben direkt.
- Vor jedem Wechsel prüfst du erneut, ob du das vollständige Backup und gegebenenfalls die Passphrase der Wallet besitzt, die du gerade verlässt. Erst danach setzt du die BitBox zurück und stellst die für den nächsten Schritt benötigte Wallet wieder her.
- Nach der Übertragung setzt du die BitBox ein letztes Mal zurück und stellst die neue Wallet aus ihrem geprüften Backup wieder her. Verwende dafür je nach Backup die Anleitung zur Wiederherstellung mit Wiederherstellungswörtern oder zur Wiederherstellung aus einem microSD-Karten-Backup. Prüfe in der BitBoxApp, ob alle vorgesehenen Bitcoin eingegangen und bestätigt sind.
- Belasse die neue Wallet auf der BitBox. Markiere die betroffenen Coldcard-Wiederherstellungswörter als außer Betrieb und verwende ihre Adressen nicht mehr für neue Einzahlungen.
Dieser Ablauf funktioniert, erhöht aber die Gefahr, beim Zurücksetzen das falsche Backup zu wählen oder den Zugriff auf eine Wallet unnötig zu erschweren. Wenn eine Wiederherstellung oder die Reihenfolge unklar ist, verwende ein separates vertrauenswürdiges Hardware-Wallet oder kontaktiere den BitBox-Support, bevor du fortfährst. Teile dabei niemals Wallet-Geheimnisse.
Deine Coldcard funktioniert nicht mehr
Vorzugsweise stellst du die betroffenen Wiederherstellungswörter auf einer anderen vertrauenswürdigen Hardware-Wallet wieder her. Die neue BitBox-Wallet bleibt dabei als Ziel verfügbar, während die alten Wörter nie auf einem gewöhnlichen Computer oder Smartphone eingegeben werden.
Steht keine kompatible Hardware-Wallet zur Verfügung und ist die Migration dringend, kann eine etablierte kompatible Software-Wallet schneller wieder Zugriff auf die betroffene Wallet herstellen. Das ist eine Notfalloption und keine gleichwertige Standardempfehlung. Berücksichtige Anzeichen für unbefugte Ausgaben, die Höhe des gefährdeten Guthabens, den Zustand des verfügbaren Computers oder Smartphones und die Zeit, die du für die Beschaffung einer weiteren Hardware-Wallet benötigst.
Eine Software-Wallet legt die alten Wiederherstellungswörter offen
Auf einem Computer oder Smartphone können Schadsoftware, Bildschirmaufnahmen oder automatische Backups deine Wiederherstellungswörter erfassen. Betrachte die Wörter nach einer solchen Wiederherstellung dauerhaft als kompromittiert, auch wenn du die App später entfernst. Gib sie niemals auf einer Website, in einer Browser-Erweiterung, einem Supportformular, Cloud-Dienst oder KI-Chatbot ein.
Erstelle und sichere vor diesem Notfallweg die neue BitBox-Wallet und prüfe die vollständige Zieladresse auf der BitBox. Lade eine Software-Wallet, die den Kontotyp der alten Wallet unterstützt, ausschließlich von der offiziellen Website des Anbieters herunter. Gib die Wiederherstellungswörter und die exakte Passphrase nur in dieser Wallet-Anwendung ein und übertrage das vorgesehene Guthaben an die geprüfte BitBox-Adresse. Werden die erwarteten Konten oder Beträge nicht angezeigt, prüfe Passphrase, Kontotyp und Wiederherstellungsangaben erneut, statt von einer leeren Wallet auszugehen.
Sobald die Übertragung bestätigt ist, nimmst du die alten Wiederherstellungswörter dauerhaft außer Betrieb. Das Entfernen der Software-Wallet verringert zwar die weitere lokale Angriffsfläche, macht die frühere Eingabe auf dem vernetzten Gerät aber nicht rückgängig. Gibt es keine Hinweise auf unbefugte Ausgaben und handelt es sich um größere Beträge, kann das Warten auf eine vertrauenswürdige Hardware-Wallet insgesamt das geringere Risiko sein.
Du verwendest eine Passphrase
Eine starke, nur für diese Wallet verwendete BIP-39-Passphrase kann eine zusätzliche Hürde darstellen. Sie verändert jedoch weder die Wiederherstellungswörter noch beweist sie, dass eine unklare Coldcard-Wallet nicht betroffen ist. Da jede Passphrase eine separate Wallet erzeugt, musst du jede Passphrase-Wallet mit Guthaben einzeln identifizieren und migrieren. Teile die Passphrase niemals mit dem Support.
Du verwendest Multisig
Übertrage den Single-Signature-Ablauf nicht unverändert auf eine Multisig-Wallet. Der Austausch eines betroffenen Signiergeräts kann eine neue Wallet-Policy, geprüfte Cosigner-Angaben, ein neues Descriptor-Backup und eine koordinierte Adressprüfung erfordern. Erstelle deshalb vor jeder Transaktion und vor dem Zurücksetzen eines Signiergeräts einen auf deine Einrichtung abgestimmten Plan und kontaktiere bei einer Migration zu BitBox den Support.
Warum eine neu erzeugte BitBox-Wallet nicht betroffen ist
Der Coldcard-Vorfall betrifft die Zufallszahl, aus der betroffene Firmware die Wiederherstellungswörter einer Wallet erzeugt hat. BitBox verwendet ein anderes Verfahren und kombiniert fünf voneinander unabhängige Entropiequellen:
- einen echten Zufallszahlengenerator im Secure Chip;
- einen echten Zufallszahlengenerator im Mikrocontroller;
- einen individuellen Zufallswert, der bei der Produktion aufgespielt wird;
- Zufallsdaten des Computers oder Smartphones, auf dem die BitBoxApp läuft;
- einen kryptografischen Wert, der aus dem Gerätepasswort abgeleitet wird.
Diese Quellen bilden eine mehrstufige Absicherung: Die neue Wallet bleibt unvorhersehbar, solange mindestens eine unabhängige Quelle für einen Angreifer unvorhersehbar ist. Zusätzlich veröffentlicht BitBox den Quellcode der Firmware, ermöglicht reproduzierbare Builds, betreibt ein Bug-Bounty-Programm und lässt seine Produkte fortlaufend prüfen.
Weitere technische Hintergründe findest du unter Sicherheit auf jeder Ebene sowie im vorfallsbezogenen Beitrag BitBox ist von der Coldcard Schwachstelle nicht betroffen.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich meine Coldcard-Wiederherstellungswörter auf einer BitBox wiederherstellen und die Wallet weiterverwenden?
Nein. Dieselben Wiederherstellungswörter erzeugen auf der BitBox wieder dieselbe Wallet und dieselben Schlüssel. Falls kein anderes Signiergerät verfügbar ist, darfst du die betroffene Wallet vorübergehend auf der BitBox wiederherstellen, um die Migration zu autorisieren. Das Ziel muss jedoch eine neu erzeugte Wallet mit neuen Wiederherstellungsinformationen sein.
Macht ein Coldcard-Firmware-Update meine bestehende Wallet wieder sicher?
Nein. Behobene Firmware korrigiert die Erzeugung zukünftiger Wallets, verändert aber keine bereits erzeugten Wiederherstellungswörter. Entstanden die Wörter unter potenziell betroffenen Bedingungen oder kannst du ihren Status nicht zuverlässig bestimmen, migriere in eine neue Wallet.
Muss ich eine Wallet migrieren, die ursprünglich auf einer BitBox erzeugt wurde?
Nein. Eine ursprünglich auf einer BitBox erzeugte Wallet ist von dieser konkreten Coldcard-Schwachstelle nicht betroffen. Eine Migration ist nur nötig, wenn die Wiederherstellungswörter ursprünglich auf einer betroffenen Coldcard erzeugt wurden, auch wenn sie später auf einer BitBox wiederhergestellt wurden.
Kann ich die Migration mit nur einer BitBox durchführen?
Ja, sofern du vollständige, eindeutig zugeordnete Wiederherstellungsinformationen für die betroffene Wallet und ein geprüftes Backup der neuen Wallet besitzt. Du musst die BitBox mehrmals zurücksetzen, jeweils die für den nächsten Schritt benötigte Wallet wiederherstellen und am Ende die neue Wallet auf dem Gerät belassen. Ein separates Signiergerät ist einfacher und verringert das Risiko einer Verwechslung.
Kann ich eine Software-Wallet verwenden, wenn meine Coldcard nicht mehr funktioniert?
Eine kompatible Software-Wallet kann im Notfall schnell Signierzugriff schaffen. Dabei gibst du die Wiederherstellungswörter jedoch auf einem Computer oder Smartphone ein und fügst ein weiteres Risiko hinzu. Wenn es die Zeit erlaubt, ist eine vertrauenswürdige Hardware-Wallet vorzuziehen. Entscheidest du dich wegen akuter Dringlichkeit für die Software-Wallet, bereitest du zuerst die neue BitBox-Zieladresse vor, überträgst das Guthaben zügig und verwendest die alten Wiederherstellungswörter danach nie wieder.
Was mache ich, wenn mein Coldcard-Modell oder meine Firmware nicht aufgeführt ist?
Kannst du nicht zuverlässig belegen, dass deine Wiederherstellungswörter außerhalb der potenziell betroffenen Bedingungen erzeugt wurden, behandle die Wallet vorsorglich als potenziell betroffen. Damit behauptest du nicht, dass jede unbekannte Konfiguration ausgenutzt wurde; du vermeidest lediglich, deine Bitcoin einer ungeklärten Risikolage auszusetzen.
Was gilt, wenn ich bei der Coldcard-Erstellung Würfel verwendet habe?
Verlasse dich nicht auf eine einzelne Zahl von Würfelwürfen. Nur wenn du das vollständige Verfahren sowie die Qualität und Vertraulichkeit der Entropie unabhängig nachvollziehen kannst, lässt sich daraus eine belastbare Aussage ableiten. Bei Unsicherheit migrierst du in eine neue Wallet. Für eine neue, bewusst mit physischem Zufall erzeugte Wallet verwendest du vollständig die BitBox-Anleitung Würfle deine eigene Bitcoin-Wallet, statt einzelne Schritte verschiedener Methoden zu kombinieren.
Was soll ich tun, wenn Bitcoin bereits ohne meine Zustimmung bewegt werden?
Priorisiere eine neu erzeugte und gesicherte BitBox-Wallet, eine vollständig auf der BitBox geprüfte Zieladresse und eine zügige Übertragung des verbleibenden Guthabens mit passender Netzwerkgebühr. Das Warten auf eine Testbestätigung kann in dieser Lage ein zusätzliches Risiko sein. Die Zieladresse musst du trotzdem immer auf der BitBox prüfen.
Kann der BitBox-Support die Migration für mich durchführen?
Nein. Der Support kann weder auf deine Wallet zugreifen noch Transaktionen autorisieren oder Wallet-Geheimnisse wiederherstellen. Er kann dir den BitBox-Ablauf erklären, während Geräte, Backups und Transaktionen unter deiner Kontrolle bleiben. Der BitBox-Support wird dich niemals nach Wiederherstellungswörtern, Passphrase, Wallet-Backup-Dateien, Gerätepasswörtern, privaten Schlüsseln, Fernzugriff oder einer Zahlung zur „Sicherung“ deiner Bitcoin fragen.